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Frankreichs E-Rechnungsmandat: Institutionelle Verteidigung gegen politischen Widerstand

Frankreichs obligatorische Einführung der elektronischen Rechnung beginnt am 1. September 2026 mit der Empfangspflicht für alle umsatzsteuerpflichtigen Unternehmen. Die Emissionspflicht startet für große Unternehmen und ETIs gleichzeitig, während SMEs, TPEs und Mikrounternehmen bis September 2027 Zeit haben. Die Ordre des experts-comptables, die Berufsvertretung von 22.000 Steuerberatern, die über drei Millionen Unternehmen unterstützen, setzt sich öffentlich für das Vorhaben ein und weist politische Forderungen nach Aussetzung zurück.

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Frankreichs obligatorische Einführung der elektronischen Rechnung beginnt am 1. September 2026 mit der Empfangspflicht für alle umsatzsteuerpflichtigen Unternehmen. Die Emissionspflicht startet für große Unternehmen und ETIs gleichzeitig, während SMEs, TPEs und Mikrounternehmen bis September 2027 Zeit haben. Die Ordre des experts-comptables, die Berufsvertretung von 22.000 Steuerberatern, die über drei Millionen Unternehmen unterstützen, setzt sich öffentlich für das Vorhaben ein und weist politische Forderungen nach Aussetzung zurück.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Ordre des experts-comptables setzt sich öffentlich für die E-Rechnungsreform ein und widerlegt politische Forderungen nach Aussetzung.
  • Die Compliance-Anforderungen sind für einfache Fälle auf einen "Doppelklick" reduziert, was die technische Umsetzung erleichtern soll.
  • Mikrounternehmen und Auto-Entrepreneure, die nicht im zentralen Rechnungsverzeichnis eingetragen sind, könnten Probleme beim Empfang von E-Rechnungen haben.
  • Die Reform folgt internationalen Vorbildern und ist Teil der EU-Richtlinie ViDA.

Kontext: Institutionelle Verteidigung gegen politischen Widerstand

Die Einführung der elektronischen Rechnung in Frankreich ist ein zentraler Baustein der digitalen Steuerverwaltung und steht nun kurz vor ihrer Umsetzung. Die Ordre des experts-comptables hat sich klar positioniert und betont, dass die Reform bereits seit langer Zeit vorbereitet wurde und nicht als überstürzt betrachtet werden sollte. Diese Stellungnahme stellt einen direkten Gegenpol zu politischen Forderungen nach einer Aussetzung des Mandats dar, insbesondere von Éric Ciotti.

Damien Charrier, Präsident der Ordre des experts-comptables, hat die minimalen Compliance-Anforderungen als einfach bezeichnet: für Unternehmen ohne komplexe Bedürfnisse sei nur ein "Doppelklick" auf einem digitalen Safe erforderlich. Diese Aussage dient dazu, die Behauptungen über übermäßige technische Schwierigkeiten zu widerlegen.

Vergleich mit dem prélèvement à la source

Die Ordre zieht einen direkten Vergleich zur Einführung des prélèvement à la source, der Lohnsteuerabzugsreform, die ebenfalls vor ihrer Umsetzung kontrovers diskutiert wurde und heute als selbstverständlich gilt. Dieser Vergleich soll verdeutlichen, dass auch die E-Rechnungsreform von anfänglicher Kritik zu einer routinemäßigen Praxis übergehen wird.

Was sich ändert: Phasenweise Einführung und Compliance-Anforderungen

Die Einführung der E-Rechnungspflicht erfolgt in zwei Phasen. Ab dem 1. September 2026 müssen alle umsatzsteuerpflichtigen Unternehmen elektronische Rechnungen empfangen können. Ab dem gleichen Datum sind große Unternehmen und ETIs (Entreprises de Taille Intermédiaire) auch zur Ausgabe von E-Rechnungen verpflichtet. Kleine und mittelständische Unternehmen (SMEs), TPEs (Très Petites Entreprises) und Mikrounternehmen haben bis zum 1. September 2027 Zeit, sich auf die Emissionspflicht vorzubereiten.

Kostenlandschaft und TVA-Verwaltung

Für die Umsetzung der E-Rechnungsreform stehen verschiedene Optionen zur Verfügung. Freie Angebote sind über zugelassene Plattformen (PA) verfügbar, während bezahlte Optionen je nach Unternehmensgröße zwischen etwa 20 Euro pro Monat und über 500 Euro pro Monat kosten. Das neue System deckt etwa 40 verschiedene regulatorische Szenarien ab, darunter Standardverkäufe, Reverse-Charge-Verfahren und E-Reporting-Pflichten.

Herausforderungen für Mikrounternehmen

Ein bedeutendes Problem betrifft Mikrounternehmen und Auto-Entrepreneure, die nicht im zentralen Rechnungsverzeichnis eingetragen sind. Diese Unternehmen könnten bestimmte elektronische Rechnungen nicht empfangen und müssen ihre Lieferanten aktiv kontaktieren, um alternative Übertragungsmethoden zu vereinbaren. Die Ordre des experts-comptables sieht dies jedoch nicht als Grund für eine Verzögerung der Reform an.

Implikationen für Unternehmen

Für Unternehmen bedeutet die Einführung der E-Rechnung eine Anpassung ihrer bestehenden Prozesse. Besonders große Unternehmen und ETIs müssen sich bereits ab September 2026 auf die Emissionspflicht vorbereiten. SMEs, TPEs und Mikrounternehmen haben etwas mehr Zeit, können aber bereits jetzt mit der Umsetzung beginnen.

Vorbereitung und Compliance

Unternehmen sollten sich frühzeitig über die verfügbaren Plattformen informieren und gegebenenfalls eine geeignete Lösung auswählen. Die Kosten für die Umsetzung variieren je nach Komplexität und Größe des Unternehmens.

Risiken und Chancen

Ein erhebliches Risiko besteht für Mikrounternehmen, die nicht im zentralen Rechnungsverzeichnis eingetragen sind. Diese Unternehmen müssen sicherstellen, dass sie alternative Methoden zur Rechnungsübertragung etablieren, um keine Geschäftsbeziehungen zu gefährden.

Ausblick: Was zu beachten ist

Die Einführung der E-Rechnung in Frankreich ist ein wichtiger Schritt zur Digitalisierung des Steuerwesens. Die Regierung hat bestätigt, dass im Jahr 2026 keine Strafen für Nicht-Compliance verhängt werden. Dies gibt Unternehmen etwas Spielraum, um sich an das neue System zu gewöhnen.

Internationale Ausrichtung

Die Reform ist Teil der EU-Richtlinie ViDA (VAT in the Digital Age) und folgt bereits umgesetzten Modellen in Italien und Belgien. Dies unterstreicht die internationale Ausrichtung der Maßnahme.

Offene Fragen

Ein zentraler Punkt bleibt das Problem der Mikrounternehmen, die nicht im zentralen Rechnungsverzeichnis eingetragen sind. Es bleibt abzuwarten, wie sich diese Situation entwickeln wird und ob weitere Anpassungen notwendig sind.

Häufig gestellte Fragen

Was sind die wichtigsten Meilensteine der E-Rechnungsreform?
Die Empfangspflicht für alle umsatzsteuerpflichtigen Unternehmen beginnt am 1. September 2026, während die Emissionspflicht für große Unternehmen und ETIs ebenfalls an diesem Datum startet. SMEs, TPEs und Mikrounternehmen haben bis zum 1. September 2027 Zeit, sich auf die Emissionspflicht vorzubereiten.
Welche Kosten entstehen durch die Umsetzung der E-Rechnung?
Freie Angebote sind über zugelassene Plattformen verfügbar, während bezahlte Optionen je nach Unternehmensgröße zwischen etwa 20 Euro pro Monat und über 500 Euro pro Monat kosten.
Welche Herausforderungen gibt es für Mikrounternehmen?
Mikrounternehmen und Auto-Entrepreneure, die nicht im zentralen Rechnungsverzeichnis eingetragen sind, könnten bestimmte elektronische Rechnungen nicht empfangen und müssen alternative Übertragungsmethoden mit ihren Lieferanten vereinbaren.
Wie passt sich die Reform in den internationalen Kontext ein?
Die Reform ist Teil der EU-Richtlinie ViDA und folgt bereits umgesetzten Modellen in Italien und Belgien.
Gibt es Strafen für Nicht-Compliance im Jahr 2026?
Nein, die Regierung hat bestätigt, dass im Jahr 2026 keine Strafen für Nicht-Compliance verhängt werden.
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