Frankreichs E-Invoicing-Mandat: €2–3 Milliarden jährliche Steuereinnahmen ab September 2026
Französische Unternehmen müssen sich auf die Einführung des obligatorischen E-Invoicing-Systems am 1. September 2026 vorbereiten, das nach Schätzungen des DGFiP jährlich bis zu 3 Milliarden Euro an zusätzlichen Umsatzsteuereinnahmen generieren soll. Der Fokus liegt auf der Bekämpfung von Karussellbetrug, einem weit verbreiteten Umsatzsteuerbetrug.
Das Wichtigste in Kürze
- Frankreichs DGFiP erwartet, durch E-Invoicing jährlich 2 bis 3 Milliarden Euro an zusätzlichen Umsatzsteuereinnahmen zu generieren.
- Der Hauptfokus des Mandats liegt auf der Bekämpfung von Karussellbetrug, der durch Echtzeitüberprüfung über zugelassene Plattformen erkannt wird.
- Unternehmen müssen ihre internen Prozesse anpassen, um die neuen Anforderungen zu erfüllen, einschließlich der Implementierung von E-Invoicing-Systemen.
- EU-Vergleiche zeigen, dass Italien und Spanien ähnliche Erfolge bei der Umsatzsteuerrückgewinnung durch E-Invoicing verzeichnen.
- Belgien und Deutschland führen ebenfalls E-Invoicing ein, wobei genaue Daten zur Rückgewinnung noch ausstehen.
Kontext
Frankreichs Direction Générale des Finances Publiques (DGFiP) hat ein offizielles Ziel für die Rückgewinnung von Umsatzsteuereinnahmen gesetzt, das zwischen 2 und 3 Milliarden Euro pro Jahr liegt. Dies erfolgt im Rahmen der Aktivierung des E-Invoicing-Mandats am 1. September 2026, das nun in 26 Tagen in Kraft tritt. Diese Schätzung stellt einen bedeutenden, aber teilweisen Anteil der Gesamtschätzung des DGFiP für den jährlichen Umsatzsteuerbetrug in Frankreich dar, der zwischen 6 und 12 Milliarden Euro liegt.
Der Hauptfokus des Mandats liegt auf der Bekämpfung von Karussellbetrug, bei dem Rechnungen für Waren ausgestellt werden, die nie verkauft wurden oder nicht deklariert sind. Diese Betrugsformen sind schwer zu erkennen bei herkömmlichen Nachaudits, werden aber durch Echtzeitüberprüfung über zugelassene Plattformen sichtbar.
Was sich ändert
Ab dem 1. September 2026 wird das E-Invoicing-Mandat (PAF/Piste d'Audit Fiable) in Frankreich verpflichtend. Dies bedeutet, dass Unternehmen elektronische Rechnungen verwenden müssen, die über zugelassene Plattformen verarbeitet werden. Diese Plattformen ermöglichen eine Echtzeitüberprüfung der Transaktionen, was ein zentraler Mechanismus zur Bekämpfung von Karussellbetrug ist.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist der Wechsel von retrospektiven Prüfungen zu Echtzeittransaktionsüberprüfungen. Dies ermöglicht es dem DGFiP, Betrugsversuche sofort zu erkennen und zu verfolgen, anstatt auf aufwändige Nachaudits zurückzugreifen.
Auswirkungen auf Unternehmen
Für französische Unternehmen bedeutet dies, dass sie ihre internen Prozesse anpassen müssen, um die neuen Anforderungen zu erfüllen. Dies umfasst die Implementierung von E-Invoicing-Systemen und die Schulung der Mitarbeiter, um sicherzustellen, dass alle Transaktionen korrekt und rechtzeitig erfasst werden.
Unternehmen müssen auch sicherstellen, dass sie nur über zugelassene Plattformen rechnen, um die Echtzeitüberprüfung zu gewährleisten. Dies kann erhebliche Änderungen in der Buchhaltungssoftware und den internen Abläufen erfordern.
Vergleich mit anderen EU-Ländern
Frankreichs Ziel, 2 bis 3 Milliarden Euro jährlich durch E-Invoicing zurückzugewinnen, wird in den Kontext anderer EU-Länder gestellt. Italien, das 2019 die verpflichtende E-Invoicing eingeführt hat, konnte bis 2022 etwa 9 Milliarden Euro an Umsatzsteuern zurückgewinnen. Spanien prognostiziert Gewinne von etwa 4 Milliarden Euro gegen eine geschätzte jährliche Umsatzsteuerhinterziehung von 8 Milliarden Euro.
Belgien hat sein eigenes Mandat für alle Unternehmen am 1. Januar 2026 eingeführt, das nun seit sieben Monaten in Kraft ist. Allerdings sind noch keine veröffentlichten Daten zur Umsatzsteuerrückgewinnung verfügbar. Deutschland führt seit 2025 schrittweise E-Invoicing ein, wobei genaue Rückgewinnungsdaten und Koordinierungstermine mit dem DGFiP und EU-Rahmen noch zu verifizieren sind.
Häufig gestellte Fragen
- Was ist Karussellbetrug und warum ist er ein Hauptziel des E-Invoicing-Mandats?
- Karussellbetrug bezieht sich auf Schemata, bei denen Rechnungen für Waren ausgestellt werden, die nie verkauft wurden oder nicht deklariert sind. Dieses Betrugsmodell ist schwer zu erkennen bei herkömmlichen Nachaudits, wird aber durch Echtzeitüberprüfung über zugelassene Plattformen sichtbar.
- Wie unterscheidet sich das neue E-Invoicing-System von herkömmlichen Nachaudits?
- Das neue E-Invoicing-System ermöglicht eine Echtzeitüberprüfung der Transaktionen, was es dem DGFiP erlaubt, Betrugsversuche sofort zu erkennen und zu verfolgen. Dies steht im Gegensatz zu herkömmlichen Nachaudits, die oft zeitaufwendig und weniger effektiv sind.
- Welche Änderungen müssen Unternehmen vornehmen, um das E-Invoicing-Mandat zu erfüllen?
- Unternehmen müssen ihre internen Prozesse anpassen, um die neuen Anforderungen zu erfüllen. Dies umfasst die Implementierung von E-Invoicing-Systemen und die Schulung der Mitarbeiter, um sicherzustellen, dass alle Transaktionen korrekt und rechtzeitig erfasst werden.
- Wie vergleicht sich Frankreichs Ziel der Umsatzsteuerrückgewinnung mit anderen EU-Ländern?
- Frankreichs Ziel, 2 bis 3 Milliarden Euro jährlich durch E-Invoicing zurückzugewinnen, ist vergleichbar mit den Erfolgen Italiens und Spaniens. Italien konnte bis 2022 etwa 9 Milliarden Euro an Umsatzsteuern zurückgewinnen, und Spanien prognostiziert Gewinne von etwa 4 Milliarden Euro gegen eine geschätzte jährliche Umsatzsteuerhinterziehung von 8 Milliarden Euro.
- Welche weiteren EU-Länder führen E-Invoicing ein und wie sind ihre Fortschritte?
- Belgien hat sein eigenes Mandat für alle Unternehmen am 1. Januar 2026 eingeführt, das nun seit sieben Monaten in Kraft ist. Allerdings sind noch keine veröffentlichten Daten zur Umsatzsteuerrückgewinnung verfügbar. Deutschland führt seit 2025 schrittweise E-Invoicing ein, wobei genaue Rückgewinnungsdaten und Koordinierungstermine mit dem DGFiP und EU-Rahmen noch zu verifizieren sind.